Die Rekordjagd beginnt

12. Juni 2013

Wenige Sekunden vor dem Start

Der Start zum RAAM 2013 ist erfolgt. Reto ist unterwegs, die ersten 36 Stunden führen ihn durch Kalifornien und Arizona.

Oceanside, Kalifornien. Kurz nach Mittag (Lokalzeit) starten die Solofahrer zum Race Across America Extremradrennen. Der Appenzeller und Vorjahressieger Reto Schoch möchte so schnell als möglich das Feld anführen und von dort aus den bisherigen Streckenrekord deutlich unterbieten. Der ebenfalls als Favorit gehandelte Schweizer Dani Wyss kämpft mit massiven Problemen. Der Zweitplazierte des Vorjahres, der Österreicher Christoph Strasser ist auf Revanche aus.


Die braungebrannten Surfer und tiefgrünen Palmen verbreiten den Anschein von touristischer Normalität im Startgelände. Doch der Sonnenschein trügt ganz gewaltig. Einige Athleten haben sich ein ganzes Jahr lang auf diesen Augenblick vorbereitet, ihren regulären Job auf Eis gelegt. So auch Reto Schoch. Er jagt nicht nur die Rekordzeit, er jagt auch der Frage nach, wieviel der menschliche Körper ertägt.


Auch wenn die Mine des sonst stets lächelnden 1 Meter 60 - Mann kurz vor dem Start etwas ernster wirkt als sonst; dass er sein Ziel erreicht, daran hegt er keine Zweifel. Er sagt dies ohne Arroganz, eher erschreckend normal. Eine Einschränkung macht er: Sein Ziel, als erster Mensch die vorgegebene Strecke in unter 8 Tagen zu erreichen kann nur gelingen, wenn sich ihm keine Naturgewalten entgegenstellen. Dass er sein Ziel schon Monate zuvor öffentlich machte dürfte den Druck allerdings erhöhen.


Privater Schicksalsschlag

Auch der Walliser Dani Wyss hatte im Vorfeld angekündet, die 8 Tage Marke knacken zu wollen. Doch im Startgelände trifft man auf einen sichtlich geknickten Mann. Mit ergriffener Stimme erklärt der zweifache Race-Sieger, dass er froh ist, wenn er das Ziel überhaupt ereicht. Der 43-jährige habe schwierige Monate hinter sich. Private Gründe, auf die er nicht näher eingehen will. Momentan traue er sich eine Spitzenzeit nicht zu.

 

Der Verfolger

Ganz anders der Östereicher Christoph Strasser. Sein erklärtes Ziel ist der Sieg, er sei optimal vorbereitet. Insbesondere die starke Schweizer Konkurrenz beflügle den Race-Sieger 2011. 'Ich bin der Herausforderer, der Jäger, nicht der Gejagte', meint der Steirer. Mit Reto Schoch scheint der 30-jährige ein persönliches Hühnchen zu rupfen zu haben. 'Er hat uns im Vorjahr nicht sehr fein behandelt'. Er habe die Strecke abgekürzt lautet einer seiner Vorwürfe.


Erste Hindernisse

Die Teilnehmer starten im Minutentakt. Wegen des dichten Verkehrs und der schwierigen Streckenführung sind die Atlethen auf den ersten Kilometern auf sich alleine gestellt. Die Begleitfahrzeuge, die nicht zuletzt als Schutzschild vor dem herannahenden Verkehr dienen müssen einen Umweg machen. Bereits in der ersten Nacht erreichen die schnellsten Fahrer Wüstengebiet. Sandbedeckte Strassen können ein erstes Hindernis darstellen.


Der Appenzeller Naturwissenschaftler möchte die ersten 36 Stunden durchfahren und dabei ein hohes Tempo anschlagen. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Aktuelle Informationen zum Rennverlauf: www.raceacrossamerica.org

 

 

 

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